Das opportunistische Prinzip nach Darwin

Die Evolutionstheorie Darwins ist den meisten Menschen grundsätzlich bekannt, weniger bekannt hingegen ist, dass sie auch als „opportunistisch“ bezeichnet wird. Darwin stellte fest, dass die Evolution, also die Entwicklung und Weiterentwicklung nicht nur des Menschen, sondern auch anderer Arten, Tiere und Pflanzen auf gewissen Variationen beruht, die ihnen einen Vorteil gegenüber der anderen verschafft. Diese Variationen machen die Arten überlebensfähiger oder stärker.

Als opportunistisch wird ein Verhalten beschrieben, welches auf den eigenen Vorteil abzielt. Man begegnet sogenannten opportunistisch handelnden Menschen täglich, man sagt dazu auch „Ellbogenmentalität“. Wer sich opportunistisch verhält, der sucht die Erlangung seines eigenen Vorteils, seines eigenen Weiterkommens, ohne Rücksicht zu nehmen auf Konsequenzen, die sich für andere daraus ergeben könnten. Opportunismus wird meistens negativ besetzt verwendet. Auch der Pragmatismus ist eine Form dieses gleichen Verhaltens, jedoch weniger stark und weniger negativ verwendet. Wer pragmatisch ist, der folgt einfach seinen Grundsätzen und ist bereit, diese auch gegen Widerstände durchzusetzen. In diesem Zusammenhang trifft man übrigens auch auf den Realismus, der eine gewisse Kompromissbereitschaft des Opportunisten einbezieht.

Die Evolutionstheorie nach Darwin gilt als opportunistisches Prinzip

Die Evolutionstheorie nach Darwin gilt als opportunistisches Prinzip

In der Evolutionstheorie wird opportunistisch auch in Verbindung mit Pflanzen oder Parasiten verwandt. Diese Arten können sich besonders flexibel an neue Bedingungen anpassen. Dies äußert sich bei Pflanzen auch darin, dass sie sich an veränderliche Klimaverhältnisse anpassen können. Bei höheren Temperaturen oder weniger Niederschlag entwickeln sich Blätter und Wurzelwerk so, dass sie überleben können. Ableger dieser so weiterentwickelten Pflanzen werden dann die gleichen neuen Eigenschaften aufweisen, um sie seinerseits möglicherweise auch weiter auszubilden.

Parasiten und Opportunismus

Anders als bei Pflanzen, verhält es sich bei der Beschreibung als opportunistisch geltender Parasiten. Diese Parasiten werden in der Ökologie eigentlich als harmlos eingestuft. Jedoch bei opportunistischem Verhalten siedeln sie sich an abwehrschwachen Organismen an und können so gefährliche Krankheitserreger werden.

Aus diesen Gründen ist die darwinistische Evolutionstheorie auf dem opportunistischen Prinzip begründet. Der Theorie zufolge passen sich Organismen, Menschen, Tiere und Pflanzen, an immer wieder veränderliche Umgebungen an. Hierdurch werden andere oder weniger robuste Arten verdrängt bzw. sterben ab. Die Entwicklung dieser neuen Arten geschieht also (opportunistisch) auf Kosten anderer und ohne Rücksichtnahme auf deren andere Bedürfnisse. Das eigene Überleben bzw. die Anpassung ist wichtiger als das Überleben der „unterlegenen“ Art.

Unternehmen und Opportunismus

Den Darwinismus und Opportunismus findet man übrigens auch in Arbeitnehmer-Strukturen eines Unternehmens vor. Hierbei wird unterschieden, wie stark opportunistisch oder darwinistisch die Gruppen von Arbeitnehmern und Angestellten agieren. Daraus ergibt sich nämlich die Grundstimmung, die in Unternehmen herrscht. Niedriger Opportunismus im Zusammenspiel mit niedrigem Darwinismus zum Beispiel führen dazu, dass wenig Konkurrenzdenken und viel Loyalität vorherrschen, das führt dann zu einer entspannten Arbeitsatmosphäre. Das genaue Gegenteil, nämlich hoher Opportunismus und hoher Darwinismus führen logischerweise zu einem hohen Konkurrenzdenken und daher voraussichtlich Spannungen untereinander.

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