Pragmatismus

Das Wort Pragmatismus kommt vom griechischen Ausdruck “pragma” und bedeutet Handlung oder Sache. Umgangssprachlich werden dabei Handlungen beschrieben, die sich nach bereits bekannten Mustern richten. Daher ist eine pragmatische Handlung nicht nur an unveränderliche Situationen gebunden.

In der Philosophie ist diese Bezeichnung der Ausdruck einer bestimmten Denkrichtung. Pragmatismus steht hier für die praktischen Folgen und Auswirkungen von weltlichen Handlungen. Diese Handlungen bestimmen, welche Bedeutungen von der Wahrheit der Begriffe, von Aussagen und von Meinungen ausgeht.

Hier werden die menschlichen Handlungen als Grundstein für die theoretische Philosophie angesehen, da davon ausgegangen wird, dass auch das Wissen der Theorie aus den praktischen Handlungen stammt und auf diese ebenso angewiesen ist. Viele Grundbegriffe, die aus diesen systematischem Philosophiebereich stammen, wurden nach diesem pragmatischen Grundgedanken neu interpretiert. Darunter fallen zum Beispiel die Begriffe Wahrheit und Religion. Anfang des 20. Jahrhunderts war der Pragmatismus nicht besonders einflussreich. Aber seit den 70er Jahren gibt es wieder etliche Philosophen, die dieser klassischen amerikanischen pragmatischen Tradition anhängen.
1898 wurde das Wort Pragmatismus eingeführt. Allerdings ging es schon auf Charles Sanders Peirce und das Jahr 1878 zurück.

In der Philosophie ist der Pragmatismus Ausdruck einer bestimmten Denkrichtung.

In der Philosophie ist der Pragmatismus Ausdruck einer bestimmten Denkrichtung.

Der klassische (angelsächsische) Pragmatismus

Pragmatiker vertreten die Ansicht, dass sich alle Urteile, Anschauungen, Vorstellungen, Begriffe, Meinungen etc. auf handelnde Menschen beziehen. Die Selbstgewissheit des Ichs und die empiristische Ansicht, dass Erkenntnisse nur aus der Wahrnehmung der Sinne stammen, werden von Peirce konsequent abgelehnt. Er glaubt hingegen, dass alles an Wissen schon formel- und symbolhaft da ist und daher auch fehlinterpretiert werden kann. Um das Wissen zu vergrößern schlägt Peirce vor, nur Wissen als akzeptabel zu betrachten, welches mit Hilfe von Experimenten intersubjektiv nachgewiesen werden kann.

Außerdem ist Peirce der Ansicht, dass im Laufe der Zeit das Wissen immer wieder gegengeprüft werden sollte und somit auch verbessert werden sollte. Daraus folgert sich, dass die Wahrheit nicht mehr nur als Aussagewahrheit betrachtet wird, sondern auf eine Forschung zugrunde geht.

Durch Wiliam James wurde dieser Wahrheitsfindungsprozess verschoben. Nun ist das Ziel der praktische Nutzen, der sich auf das Wissen gründet. Wahres Wissen entspricht dann vor allem der Bedürfnisbefriedigung. So wurde der Pragmatismus bekannt. Das führte in Europa zur weitgehenden Ablehnung. Somit stellt die pragmatische Auffassung des Lernens einen Kompromiss zwischen den kognitivistischen und konstruktivistischen Meinungen dar.

Pragmatismus und Opportunismus

Ein Opportunist nützt günstige Gelegenheiten immer zu seinem eigenen Vorteil aus. Dabei spielen die möglichen Konsequenzen überhaupt keine Rolle. Dieser Begriff ist daher sehr negativ geprägt. Zweckmäßigkeit wird hier über die Grundsatztreue gestellt. Etwas abgeschwächt kann man den Opportunismus auch im Pragmatismus oder im Realismus finden. Das Gegenstück zum Opportunisten ist eigentlich der Ideologe. In einigen Punkten ähnelt die opportunistische Auffassung der pragmatischen. Es gibt also kleine, wenn auch nur wenige Übereinstimmungen.

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